28.01.26 – RE geschter u hüt: Alles bliibt gliich, eifach angersch

Andrea K. schaut inzwischen auf eine lange Zeit im Anforderungsmanagement zurück. All die guten Ideen, die die letzten 15 Jahre in 30 Veranstaltungen an der BäRN präsentiert wurden: zeigen diese irgendwo Wirkung? Hat sich im Verlaufe der Zeit im Requirements Engineering was Grundlegendes verändert?  Im eigenen Kontext scheinen alle immer auf den Königsweg zu schielen. Sie wollen die Aufwände für ein solides RE reduzieren, ohne den Projekterfolg zu gefährden. Gibt es da draussen irgendwo die «Silver Bullet»*?

Auf jeden Fall freut sich Andrea K. zusammen mit vielen neuen und aber auch altbekannten Kolleg:innen die Zeit Revue passieren zu lassen und an der «Best of BäRN» einige Rosinen aus dem RE-Alltag geniessen zu können.

*Brooks, Frederick P. (1986). «No Silver Bullet—Essence and Accident in Software Engineering».

Präsentationen und Fotos

AI ohne klare Anforderungen: Warum Erwartung und Realität kollidieren – Christian Kaiser

RE Education yesterday, today, tomorrow – Rainer Grau

Zeitreise Anforderungs- und Nachweismanagement – Gerd Maier

Agenda

15:45

16:00 – 17:30

17:30 – 18:00

18:00 – 19:30

ab 19:30

Türöffnung

Workshops

Umbau-Pause

Vorträge

Netzwerken bei einem Apéro Riche

Workshops (bitte entsprechendes Ticket kaufen)

LEGO® Serious Play® – Amélie Pauli

In diesem Workshop tauchen wir in die Welt von LEGO® Serious Play® ein und erleben, wie mit den bunten Bausteinen neue Perspektiven und innovative Lösungen entstehen. Wir reflektieren gemeinsam unsere bisherigen Workshop-Erfahrungen, um zu verstehen, wie wir Lego gezielt in unterschiedliche Formate einbinden und so die Kreativität der Teilnehmenden fördern können.

Context-Engineering v2 – Anforderungen und Lösung endlich auf einer LinieDaniel Frey

In vielen Projekten laufen Realität (Code) und Dokumentation (Requirements) schnell auseinander. Klassische Prompts reichen nicht mehr aus, um diese Lücke zu schliessen. In diesem 90-minütigen Hands-On-Workshop lernst du, wie modernes Context-Engineering funktioniert: Wie du KI-Modelle so führst, dass sie konsistente, kontinuierlich synchronisierte Artefakte erzeugen – von Code über Spezifikationen bis zu Testfällen.
Wir richten VS Code als zentrales Cockpit ein, verbinden externe Wissensquellen standardisiert über MCP, nutzen RAG für präzise Kontextversorgung und experimentieren mit Memory-Techniken für nachhaltige Weiterentwicklung. In parallelen Deep-Dive-Tracks vertiefst du deine Praxis in Themen wie Kontextaufbereitung, strukturiertem Output und automatisierter Ableitung von Tests aus User Stories. Am Ende verstehst du die Mechanik hinter der Magie und kannst Requirements und Implementierung systematisch aufeinander ausrichten.

Laptop erforderlich.

Design Thinking erleben – Chris Wolf

Design Thinking ist ein weit verbreiteter Ansatz, bei dem man Probleme nutzerzentriert löst. In diesem Workshop werdet ihr in knapp über einer Stunde in kleinen Gruppen die Probleme von Nutzern verstehen, ihre Bedürfnisse herausfinden, Ideen dazu entwickeln, einen Prototyp realisieren und diesen dann testen – das alles mit viel Empathie, Kreativität und Spass.

Vorträge

AI ohne klare Anforderungen: Warum Erwartung und Realität kollidieren – Christian Kaiser

Egal ob neue Arbeitsmethoden oder neue Technologien – die Rolle des Requirements Engineers wurde immer wieder hinterfragt. Brauchen wir diese Disziplin überhaupt noch? Heute ist klar, mehr denn je. In zunehmend komplexen Systemen, die wir oft nicht mehr vollständig erklären können, brauchen wir klare Vorstellungen von Zielsetzung, Rahmenbedingungen und Umsystemen.

RE Education yesterday, today, tomorrow – Rainer Grau

Requirements Engineering entstand anhand der „Softwarekrise“ in den 1970er-Jahren. 1990 entstanden Standards und Tools wie Doors, sowie Modellierungstechniken wie UML mit Ivar Jacobsen als einer der Treiber. In den 2000er-Jahren kam die Professionalisierung mit IREB  und IIBA, die dem RE klare Rollen und Qualifikationspfaden gaben. RE wurde zuerst als sehr «klassische» Disziplin geschult. Mit der Agilität kamen einige wertvolle neue Aspekte hinzu und viele bewährte Aspekte gingen verloren. Nun kommt mit KI ein disruptiver Sprung auf uns zu. Was müssen wir in Zukunft als RE-ler lernen?

Zeitreise Anforderungs- und NachweismanagementGerd Maier

Projekte aller Art müssen irgendwie erfolgreich abgewickelt werden. Im Zentrum stehen dabei die Anforderungen und der Nachweis, dass die Anforderungen hoffentlich zur Zufriedenheit des Kunden umgesetzt werden / wurden. Komisch dabei ist, dass heute mit modernsten Softwaren als Hilfsmittel die Anwender immer noch mit den fast gleichen Problemen kämpfen, wie vor 30 Jahren.

Der Vortrag spiegelt eine Zeitreise durch das Anforderungs- und Nachweismanagement in verschiedenen Firmen und Branchen. Es wird ein Einblick in die dabei eingesetzten unterschiedlichen Hilfsmitteln gegeben, um die Projekte erfolgreich realisieren zu können.

Referenten

Daniel Frey ist agiler Architekt und KI-Systemintegrator mit über 30 Jahren Erfahrung in der Softwareentwicklung. Er unterstützt Teams dabei, Anforderungen, Dokumentation und Code durch intelligentes Context Engineering nahtlos miteinander zu verknüpfen. Seine Expertise liegt in der produktiven Nutzung von LLMs im gesamten Software-Lifecycle – von der Anforderungserhebung über Dokumentanalyse bis zur Generierung von Testszenarien und strukturierter Output-Formate. Daniel moderiert regelmässig Hands-On-Workshops für Product Owner, BAs und Engineers, in denen er zeigt, wie man LLMs gezielt einbettet – nicht als „Magiebox“, sondern als skalierbares Werkzeug im Projektalltag.

Christian Kaiser ist seit 2018 für Datenarchitekturen in verschiedenen Unternehmen und Branchen verantwortlich. Von der Schweizerischen Post über die Zurich Versicherung bis zur SBB liegt sein Fokus auf Analytics-Plattformen, Data Governance und effektivem Datenmanagement. Heute treibt er bei den SBB den Aufbau unternehmensweit nutzbarer Datenprodukte voran.

Rainer Grau ist Gründer und Partner bei Smart System Guild. Seine Motivation ist es Organisationen und Menschen zu befähigen in unserer komplexen und schnell drehenden Welt kundenorientierte Produkte und Services zu bauen. Seine persönliche Entwicklung geht vom IT-Nerd, über den klassischen Projektleiter zum Agilisten und Organisationsentwickler. Als Mitgründer des IREB in 2005 und zwölf Jahre mitwirken im IREB Vorstand ist er mitschuldig an dem aktuellen Ausbildungsstandards im Requirements Engineering.

Amélie Pauli hat sich 2024 selbständig gemacht und collAP – enabling joyful collaboration gegründet. Sie ist überzeugt, dass eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Individuen, Teams und Organisationen der Schlüssel zu gemeinsamen Erfolgen ist. Als Beraterin in der Digitalen Transformation führt sie Workshops durch und setzt dabei unter anderem auf LEGO® Serious Play®, um neue Perspektiven und kreative Lösungen zu fördern.

Chris Wolf möchte Menschen befähigen, Methoden und Werkzeuge gewinnbringend in der Produktentwicklung einzusetzen. Er bringt eine breite Erfahrung als Projektleiter, Requirements Engineer, Test Manager, Agile Coach und Product Owner mit. Diese Erfahrung gibt er seit über 10 Jahren als Trainer, Workshop-Leiter und Dozent für Requirements Engineering, Design Thinking, Agile und AI weiter.

Gerd Maier ist Dipl. Ing. (FH), 57 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach seinem Studium an der Fachhochschule Furtwangen war er über ein Jahrzehnt bei Siemens in der Montage, Inbetriebsetzung und Zulassung von Schienenfahrzeugen im In- und Ausland tätig. Danach übernahm er bei Stadler die Verantwortung für die Zulassung von Triebzügen und führte ein unternehmensweites Anforderungs- und Nachweismanagementsystem ein. Heute arbeitet er als Requirements Engineer bei armasuisse mit Fokus auf komplexe Beschaffungsprojekte.

Location

Wylerpark SBB
Wylerstrasse 123, 3014 Bern
(Bus 20 bis Wyleregg, dann 5 Minuten zu Fuss)

Sponsoren

Diese Requirementsnight wird unterstützt von folgenden Sponsoren:

Xebia

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